Dienstag, 14. August 2018

PAYDAY

Irgendwann kommt man an den Punkt, an dem man merkt, dass man das was man krampfhaft versucht hat aufrechtzuerhalten, schon von Anfang an instabil und eigentlich nur eine Illusion war. Eine Illusion erbaut, damit man etwas hat woran man sich klammern kann, wenn das drohende Wasser kommt und einen in die Tiefe ziehen möchte. Doch der Preis dafür war von Anfang an hoch. Dennoch geht man diesen Deal ein, obwohl man weiß, dass man niemals im Stande dazu sein wird, dieses Opfer bezahlen zu können. Warum tut man das? Man geht doch auch nicht einfach in den Supermarkt und nimmt sich etwas aus dem Regal, ohne dafür bezahlen zu können. Tja. Die harte, bittere Wahrheit ist folgende: Irgendwann ist dieser Teil im Herzen eines Menschen, den man "Seele" nennt so gebrochen, dass man jedes Register zieht, um nur nicht weiterhin in diesem elendigen Meer aus Schmerz zu versinken. Man droht zu ertrinken, ist sich dessen vollkommen bewusst und versucht verzweifelt eine Lösung zu finden. Es ist tatsächlich ein Kampf um Leben und Tod. Denn man weiß, dass wenn man aufhört mit den Händen ins Leere zu greifen nur um einen winzigen Halt zu finden, der Schatten kommen und man niemals mehr das Licht erblicken wird. Ich konnte zwei Monate lang schwimmen, zwei Monate länger um Atem ringen. Und nun, war der Deal zu hoch.

Montag, 18. Juni 2018

CAPSIZE

Es ist Mitte Juni und die Sonne ist kräftig, scheint stark und unablässig vom Himmel hinab. Doch meine Tage werden dunkler, stündlich kälter. Ich kann zusehen wie meine Augen leerer werden. Ich meide mein Spiegelbild. Ich kann weder schlafen, noch kann ich aufstehen. Ich versaufe mein ganzes Geld, nur damit mich der Schmerz wenigstens Nachts nicht in mein Bett begleitet.
Ich kann nicht mehr essen. Und wenn ich es tue, fresse ich. Ich liebe dich nicht mehr und dennoch verfolgst du mich in meinen Gedanken. Ich werde wahnsinnig wegen dir. Du hast mich benutzt und wie Dreck am Boden zurück gelassen. Ich bin ein wandelndes Wrack. Ich ertrage den Schmerz in mir nicht mehr. Ich kann nicht mehr atmen, kann noch nicht einmal mehr weinen. Ich rauche um mich zu zerstören, trinke um mich zu betäuben und liebe, küsse jemand anderes, um mit ihm das letzte Gute in mir zu teilen.



Das Einzige für was ich noch gut genug bin - um zu geben. Und ich tue es. Ich gebe mich auf.