Montag, 18. Juni 2018

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Es ist Mitte Juni und die Sonne ist kräftig, scheint stark und unablässig vom Himmel hinab. Doch meine Tage werden dunkler, stündlich kälter. Ich kann zusehen wie meine Augen leerer werden. Ich meide mein Spiegelbild. Ich kann weder schlafen, noch kann ich aufstehen. Ich versaufe mein ganzes Geld, nur damit mich der Schmerz wenigstens Nachts nicht in mein Bett begleitet.
Ich kann nicht mehr essen. Und wenn ich es tue, fresse ich. Ich liebe dich nicht mehr und dennoch verfolgst du mich in meinen Gedanken. Ich werde wahnsinnig wegen dir. Du hast mich benutzt und wie Dreck am Boden zurück gelassen. Ich bin ein wandelndes Wrack. Ich ertrage den Schmerz in mir nicht mehr. Ich kann nicht mehr atmen, kann noch nicht einmal mehr weinen. Ich rauche um mich zu zerstören, trinke um mich zu betäuben und liebe, küsse jemand anderes, um mit ihm das letzte Gute in mir zu teilen.



Das Einzige für was ich noch gut genug bin - um zu geben. Und ich tue es. Ich gebe mich auf.

Montag, 21. Mai 2018

DIE DÄMMERUNG

-  atmen!  - 

Meine Hände zittern. Ich stütze mich am Schrank hinter mir ab, gehe langsam zu Boden.
Ich schlage meine Augen auf und sehe nicht mein Zimmer, sondern nur deine Arme, wie sie mich umgreifen, mir meine Freiheit nehmen. Meine Hände sind zusammen gefaltet im Nacken, ich wippe langsam vor und zurück. Alles was ich erfolgreich weggesperrt hatte, kommt nun aus den dunkelsten Ecken gekrochen und verpestet meinen Geist.

- atmen! -  
Mir wird übel, ich schnappe nach Luft.
Ich schließe die Augen und sehe dieses Dämmerlicht vor mir. Höre wieder dein Keuchen hinter mir, spüre deine Hände auf mir.  Mein verzweifeltes "Nein!" wird im Kissen erstickt. Du ergreifst meine Haare und zerrst sie nach hinten. Meine Kehle liegt frei. Ich ergreife die Matratze, versuche mich wegzuziehen, doch du lässt dies nicht zu. Du packst mich fester, drückst dich gegen mich. Ich versuche deine Hände, deine Arme zu ergreifen, sie zu packen und von mir wegzuschlagen. Doch du bist jedes Mal schneller. Oder ich bin zu langsam. "Bitte, ich will nicht!" - Stille. Ich werde nicht erhört.
- atmen! - 

Und im nächsten Moment tust du es. 
Du dringst in mich ein, nimmst auch noch die Hintertür, statt die Vordertür. Du weißt, dass ich das ablehne. 
Der Schmerz raubt mir den Atem. Ich verkrampfe, wimmere und stöhne auf vor Schmerz. Doch du nimmst dieses Geräusch als Anreiz um schneller zu werden, fester und härter. Der Schmerz explodiert, mein Blick verschwimmt. Aus Minuten werden Jahrzehnte. 

- atmen! - 

Ich bin vom Schmerz gelähmt. Mein Kopf sinkt nach vorne, meine Augen verdrehen sich. Die nackte, weiße Wand vor mir. So nackt wie ich. Du hast deinen Spaß, hälst mich gefangen und zerstörst mich. Ich wimmere weiter, werde lauter. Und du erlöst mich nicht, sondern wirst immer schneller und härter. 
- atmen! -

Du bist fertig. Du stehst auf und lässt mich wortlos liegen. Ich bin noch immer unfähig mich zu bewegen, aber nun, weil du mir all' meine Kräfte genommen hast. Du hast mich gebrochen. Meine Augenlider sind halb geöffnet. Dämmerlicht. Diese kalte, weiße, nackte Wand. Du hast mich zerstört. Ich höre das Plätschern im Badezimmer. Mein Atem geht schwach. Der Schmerz umhüllt mich. Und eine einzelne Träne tropft auf das schweißnasse Lacken.

Und ich dachte du liebst mich.