Sonntag, 23. September 2012

GET OUT OF MY HEAD!

Du warst schon immer vor fremden Leuten höflich und nett. Doch im Kreis der Familie kannten die meisten dein wahres Gesicht, und einige durften dein wahres Ich kennen lernen. 
Was würde ich nicht alles geben um dies alles ungeschehen machen zu können? 
Ich konnte dir nicht entfliehen, so oft ich es auch versucht habe. Du hast mich immer gefunden und hast mich bestraft, für alles was ich tat. Doch ich versuchte nur unsichtbar zu sein, ein braves, anständiges, schönes und kluges Mädchen zu werden. Und immer wieder hast du mir meine Fehler eingebläut, hast mich daran gehindert, auf der hellen Seite des Lebens zu wandeln. Ich habe geschrieen, habe Tränen vergossen und du hörtest nie auf. Wie konnte dir ein Kind entfliehen? 
Und ich werde hin und her gerissen, zwischen der Liebe und dem Hass die sich um dich streiten. Wenn du eine Person wärst die mir nicht so nahe stehen würde, müsste ich dich nicht lieben. Doch nur weil du meine Oma bist, soll ich dies tun? Und ja, mein Inneres spaltet sich ab, wechselt jeden Tag die Seiten. Dieses Hin und Her zerreisst mich, schlägt solange auf meinem Kopf ein bis ich nicht mehr klar denken kann. Du bist es die mich da quält, du, obwohl deine Anwesenheit schon lange nicht die meine besucht hat. Tage vergehen voller Verdrängung und Gleichgültigkeit. Und dann kommt alles auf einen Schlag zurück, dieser schreckliche Schmerz in meinem gesamten Körper, verwirrende Sätze die mir durch meinen Kopf schleichen, der Wunsch mich für all das zu bestrafen, und gleichzeitig auf mich einzustechen um das was war zu töten. Und dann gibt es diese Klingen die für mich die rettende Lösung wären, doch in Wahrheit genauso kalt, bößartig und quälend sind wie du es bist.
Was gäbe ich nicht alles dafür um nur noch einmal diesen kostbaren Schmerz zu fühlen, der mich doch gleichzeitig noch mehr zerstört als geplant? Manchmal gäbe ich mein Leben dafür, denn dann müsste ich deine Stimme nicht mehr hören, die immer widerkehrenden Erinnerungen nicht mehr durchleben müssen. 
Ich klammere mich immer fester an die Dinge die mir Kraft geben, bis ich vor Angst fast zerbreche, weil sie doch eingeengt und zerquetscht werden könnten. Und ich will die Psyche eines so geliebten Menschens nicht zerstören, nur weil ich selbst an mir zerfalle. Lieber würde ich alleine da stehen, als jemandem zu schaden.
Ich verachte diese Zeilen, verachte mich. Ich will kotzen, schneiden, zu ihm laufen. Weg, weg von diesen Gedanken, weg von allem Schlechten. Ich halte das nicht mehr aus!

Kommentare:

Danii hat gesagt…

Du schaffst das alles. Jedoch nicht allein. Dafür hast du aber deinen Lukii. Er ist dein Fels in der Brandung. Du kannst alles schaffen, du musst nur dran glauben, Süße
xoxo

Mademoiselle Bouttier hat gesagt…

Oh, so wie ich mich kennne, wird das wirklich nicht passieren, keine Sorge :*
Heute zum Beispiel habe ich einen Apfel in Scheiben geschnitten und mit Zimt bestreut, der trocknet grade neben mir. :)
Nee, da mache ich was mit Basti :/ Wie siehts bei dir am Wochenende aus? Wann bist du da so zuhause?

meikee hat gesagt…

jasmin, deine texte nehmen mich immer wieder aufs neue gefangen,wenn ich einmal anfange zu lesen kann ich meistens gar nicht mehr aufhören.eigentlich gefallen mir textblogs nicht so gut,bis auf deinen,deinen versuche ich immer regelmäßig zu lesen :)) mach bitte weiter so :)

Luggi hat gesagt…

habs dir ja schon erklärt;)

N.† hat gesagt…

ich schlinge die arme um dich
wiege dich in meinen arm
flüstere dir immer wieder die gleichen worte ins ohr:
"deine oma wird dir kein haar mehr krümmen. du bist stärkes als all die erinnerungen. deine kraft reicht aus um deine stimmen zu bezwingen. schrei, schrei lauter als deine stimmen. damit sie dich nicht kaputt machen."