Montag, 24. Dezember 2012

FRÖHLICHE WEIHNACHTEN! - nicht.

Die Dunkelheit umhüllte uns und wurde nur ab und zu von einer leuchtenden Straßenlaterne vertrieben. Die Gespräche meiner Mutter und meines Bruders erreichten meine Wahrnehmung nicht. Die finsteren Hecken der Gassen machten mir Angst. Ich hasse diese Gegend, besonders bei Nacht. Immer näher kamen wir dem Haus meiner Oma. In mir qoll eine unbarmherzige Verzweiflung auf. Ich versuchte mich aus einem anderen Blickwinkel aus vorzustellen, damit ich mir sozusagen selbst Tipps geben konnte. Doch dies misslang. Die Gedanken an einen Versuch wegzurennen, schienen nur noch schlicht und einfallslos. Ich war gefangen. Ekel stieg in mir hoch und die Scham drückte mir einen fetten Kloß in den Hals. Als wir an dem Garten meiner Oma vorbeigingen, sah ich sie schon durch die großen Fenster vor dem Esstisch sitzen. Das Gesicht glich eines Alptraums, und ich gefror fast innerlich zu einem Eisblock. In diesem Moment dachte ich, dass ich direkt vor meine Füße kotzen müsste. Mein Bruder stieß mich an und lachte. Ich glaube weil er meinen Blick gesehen hatte, als ich meine Oma gesehen habe. "Schnell weiter, diesen Anblick will doch keiner freiwillig sehen.", raunte ich leise zu Boden. "Was hast du gesagt?", fragten mich meine Mutter und mein Bruder. "Nichts, nichts. Hab' nur laut gedacht.", knurrte ich.
 
Wir saßen zu Tisch und alle unterhielten sich ausgiebig. Nur ich saß still auf meinem Platz und sah tief in's Sektglas. Am liebsten all' die Angst und den Ekel wegtrinken, das wär's. Sie sah mich nicht an sondern schaute an mir vorbei. So wie immer. Sie redete kaum mit mir, höchstens 2 Sätze. Sie trugen die Teller zu Tisch und ich ging auf die Toilette. Alles war so wie Früher. Ekelerregend. Ich wusch meine Hände, als ein Haar von ihr auf meine Hand fiel. Ich kotze halb. Ich rieb mir meine Hände halb auf vor Ekel. "Jasmin? Wo bist du? Bist du auf Toilette?", hörte ich sie alle rufen. "Ja."
Und wie ich mich überall im Haus umsah, kamen mir all die Erinnerungen hoch. Alles war so vertraut und gleichzeitig bedrohlich. Wie Früher. Ich setzte mich zu Tisch und fing das Essen an. Ich will hier weg.
Irgendwann herrschte in mir nurnoch eine eiskalte und fremde Leere. Ich spürte nichts mehr, keinen Ekel und keine Scham. Lieber schriee ich vor Schmerz, als diese Leere zu spüren.
 
Ein Blitz taucht auf und meine Oma steht vor mir. Ein Schlag, ein Schrei. "Du dumme Gans! Du bist zu nichts wert!" Anblick des Teufels. Ich falle zu Boden. Ich werde getreten. "Hör auf, hör auf!" Ich heule und schreie. Mein Bruder heult und schaut weg. Ich werde an den Haaren gepackt und gezogen. Ich schreie noch mehr. Krallen ziehen sich durch mein Gesicht, Schellen treffen auf mein Gesicht. Mein Kopf landet zu Boden. Ich drehe mein Gesicht weg. Mir wird schwummrig. Sie geht weg und ich laufe in mein Zimmer. Verkrieche mich.

"Sie findet mich immer. Sie wird nicht weggehen. Sie wird nicht aufhören. Sie wird immer da sein."

Ich sehe auf und bemerke wie ich zitternd Luft hole. Ich schluchze und heule. Ich bin Daheim und kein kleines Mädchen mehr. Warum muss ich mit sowas leben? WARUM?! Ich kann das nicht mehr. Ich will weg.

Kommentare:

unnahbar hat gesagt…

Hey, das muss echt schwer sein für dich... *in den arm nehm* wie war denn noch der abend
und ja, es ist scheiße wenn man jemand mag etc und er es schwer hat...
seelenmüll aber ich hab in letzter zeit wenig geschrieben :/

Celine hat gesagt…

Ich finde keine passende Beleidigung für sie. Sie sind alle nucht böse genug.

Luggi hat gesagt…

*____*