Dienstag, 15. Oktober 2013

AUSSICHTSLOS

 
"We are all Museums of fear." - Charles Bukowski
 
Es ist alles grau. Trist und leblos. Ich bin wie in Watte gepackt, abgeschnitten von der Realität. Ich ziehe mich zurück und verstecke meine leblose Hülle hinter Büchern, schulischen Aufgaben und was noch so als Beschäftigung gilt, um Gesprächen zu entwischen. Ich bemühe mich alles gut zu machen, stecke Unmengen an Energie in meine Leistungen, obwohl ich doch jeden Tag jeden Funken in meinen Adern für das Überleben bräuchte. Ich bin krank. Psychisch (wie man unschwer erkennen kann) und auch körperlich. Ich kann nicht mehr, aber ich muss.
Ich habe gewartet, es hört nicht auf. Es wird niemals aufhören, sonst würde ich mein Herz verraten. Ich halte an Geschichten in Büchern fest, an Figuren aus längst vergangenen Jahrhunderten. Und das ist ziemlich dumm. Ich habe es schon längst aufgegeben so etwas wie Liebe zu finden, die unerbittlich stark und ewig ist. Und doch trifft mich diese Erkenntnis so stark und schmerzhaft, als müsste ich mir dies zum ersten Mal eingestehen. Ich bin verloren und werde es auch immer sein. Selbst wenn ich mich an einen Menschen pressen würde, der mir Wärme und Verständnis und Liebe geben würde, wüsste ich das alles mal ein Ende hat und jeder nur für sich selbst lebt und trotzdem das ganze Leben lang, unbewusst oder auch nicht, auf der Suche nach jemandem ist, der niemals geht und keine Dunkelheit hinterlässt. Das Loch in meiner Brust pocht und schmerzt. Es nimmt mir die Luft und den Verstand. Es wird niemals verheilen, sondern höchstens noch, wie früher, anfangen zu eitern.
Ich für meinen Teil, werde niemals glücklich und erfüllt sein, denn ich schreibe meinem Leben keinen anderen Sinn als der Liebe zu. Ohne die Liebe ist man nichts, und ohne die Liebe würde es keine Menschen geben.
Und doch ist sie so ruhelos und flatterhaft, dass ich es nicht mehr ertragen kann auch nur eine Minute an sie zu denken, ohne dass ich daran zweifeln muss, nicht in Stücke gerissen zu werden.
Ich werde einfach mein Bestes geben und versuchen den anderen Anforderungen in meinem Leben gerecht zu werden. Ich werde versuchen, es schnell hinter mich zu bringen.
Vielleicht werde ich am Ende belohnt, und oben in den Wolken wird der Engel auf mich warten, den ich immer so gesucht habe. Und vielleicht werde ich doch nichts finden und vor Angst und Schmerz aus den Wolken fallen.

1 Kommentar:

Valerie. hat gesagt…

So ein wundervolles Text!